Um möglichst viel Solarstrom zu erzeugen, werden Dächer in der Praxis oft komplett mit Solarmodulen belegt. Das klingt sinnvoll – hat aber einen Haken: Eine Vollbelegung macht Wartung und Unterhalt kompliziert und teuer.
Wartung entscheidet über den Erfolg von Solardächern
Photovoltaikanlagen müssen regelmässig kontrolliert und gepflegt werden, damit sie dauerhaft zuverlässig Strom liefern. Auf den Modulen kann sich Schmutz ansammeln, was die Leistung mindert. Besonders bei Anlagen auf Gründächern ist es wichtig, dass genug Platz zwischen den Modulen vorhanden ist, um die Gründächer zu pflegen und zu hohe Gräser und abgestorbene Pflanzen zu entfernen. So können Beschattungen auf den Modulen vermieden werden. Solardächer, bei denen schon in der Planung Wartungswege und ein fest installiertes Sicherungssystem für das Wartungspersonal vorgesehen sind, lassen sich deutlich einfacher betreiben. Techniker können sich sicher bewegen, Schäden schneller erkennen und Reparaturen effizient durchführen. Das verhindert mögliche Folgekosten und erhöht am Ende die Wirtschaftlichkeit der Anlage, auch wenn weniger Dachfläche mit Modulen belegt ist. Die Mitglieder der Technischen Kommission Solar | Energie von Gebäudehülle Schweiz – Markus Weissenberger und Urs Hanselmann – zeigen diesen Zusammenhang anhand von drei Varianten.
Gründächer mit Photovoltaik
Gründächer werden in Städten immer beliebter. Viele Gemeinden schreiben sie bei Neubauten oder Modernisierungen von Flachdächern bereits vor. Die begrünte Dachschicht hat viele Vorteile: Sie speichert Regenwasser, kühlt die Umgebung und hilft so aktiv beim Klimaschutz. Ausserdem schafft sie Lebensraum für Insekten, was in dicht bebauten Gebieten besonders wichtig ist. Auch Photovoltaikanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Werden Gründach und Solaranlage kombiniert, ist jedoch Vorsicht geboten: Eine vollständige Belegung mit Solarmodulen hebt die positiven Effekte des Gründachs weitgehend auf. Entscheidend ist deshalb eine fachkundige Planung. In der Praxis werden die Module mit etwa 30 bis 50 Zentimetern Abstand über dem Boden montiert, idealerweise in sogenannter Schmetterlingsaufstellung. So können die Pflanzen zurückgeschnitten, die Module gereinigt und die Wartungsarbeiten problemlos durchgeführt werden. Für den Arbeitsschutz sind ausreichend breite Wartungswege und ein fest installiertes Sicherungssystem, etwa ein Rückhaltesystem oder ein Geländer, einzuplanen.




