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Hauseigentümer treffen den richtigen Ton

27.05.2026 Cyrill Rüegger

An der Delegiertenversammlung blickte HEV-Thurgau-Präsident Stefan Mühlemann auf ein historisches Abstimmungsjahr zurück. Das Eigenheim bleibe indes für viele ein Traum.

«In Zeiten wachsender Herausforderungen für das Wohneigentum zeigt sich, wie wichtig ein starker Verband ist», sagte Stefan Mühlemann. Der HEV-Thurgau-Präsident sprach am Dienstagabend, 26. Mai 2026, im Presswerk Arbon vor rund 50 Delegierten. Er hob die beiden Abstimmungserfolge im vergangenen Jahr hervor: Im Mai 2025 hatte das Thurgauer Stimmvolk die vom HEV Thurgau mitlancierte Abschaffung der Liegenschaftensteuer mit 69 Prozent Ja-Stimmenanteil gutgeheissen.

Im September schaffte das Schweizer Stimmvolk dann auch die Besteuerung des Eigenmietwerts ab. «Mit 72,4 Prozent verzeichnete der Thurgau den dritthöchsten Ja-Stimmenanteil aller Kantone», betonte Mühlemann. Besonders erfreulich sei, dass Verbände und Parteien bei beiden Abstimmungen erfolgreich zusammenarbeiteten und über die Gruppe der Wohneigentümer hinaus viel Zuspruch gewinnen konnten.

Kein Verständnis für Indexierung

Trotz aller Erfolge: Der Präsident des HEV Thurgau sieht keinen Anlass, sich jetzt zurückzulehnen. Im Gegenteil: Noch immer werde das Wohneigentum vielerorts als eine Art «Milchkuh» betrachtet. Laufend entständen neue Ideen für Abgaben und Vorschriften. So sei es beispielsweise unverständlich, dass der Thurgauer Regierungsrat den Mietwertindex dieses Jahr heraufgesetzt habe, wodurch der aktuell noch geltende Eigenmietwert steige. Parallel habe der Bundesrat die Abschaffung des Eigenmietwerts auf 2029 hinausgeschoben, sagte Mühlemann. «Es wird oft vergessen, dass Wohneigentum Verantwortung bedeutet, erhebliche Investitionen verlangt und langfristiges Denken voraussetzt.»

Praktisch und politisch engagiert

Leider seien angesichts steigender Preise immer weniger Menschen und insbesondere immer weniger junge Familien in der Lage, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, erläuterte Stefan Mühlemann. Hinzu kämen wirtschaftliche Unsicherheiten und stark steigende Energiepreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten. Viele aktuelle oder künftige Eigentümer ständen deshalb vor schwierigen Entscheidungen. «Mit dem HEV Thurgau versuchen wir einerseits ganz direkt über unsere lokalen Sektionen und unser Kompetenzzentrum zu helfen, andererseits über unser politisches Engagement.»

Die Delegierten des HEV Thurgau waren im Presswerk von zwei Arboner Politgrössen begrüsst worden: Stadtpräsident René Walther dankte den Wohneigentümern für ihre Risikobereitschaft, mit der sie den Thurgau Tag für Tag mitgestalten. Regierungsrat Dominik Diezi hob seinerseits die Bedeutung des Wohneigentums als Stabilisierungsfaktor in unsicheren Zeiten hervor. Die Delegierten stimmten in der Folge allen Traktanden, darunter der Jahresrechnung 2025, einstimmig zu. Nach dem Nachtessen sorgte das Musik-Comedy-Duo «Riklin & Schaub» für Unterhaltung.