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Viele Häuser stehen halb leer – wann lohnt sich der Verkauf?

01.03.2026 Stefan Bestler Hypothekar- und Immobilienexperte beim VZ VermögensZentrum

Diese Erkenntnis ist schwer zu akzeptieren: Das Haus, das früher perfekt zur Familie passte, kann im Alter zur Last werden. Wie soll man mit dieser Situation umgehen?

In jedem zweiten Einfamilienhaus leben nur eine oder zwei Personen, obwohl diese Häuser für vier oder mehr Bewohner ausgelegt sind. Das zeigen neue Daten des Bundes. Zudem ist der Anteil der Eigenheime, die ausschliesslich von über 65-Jährigen bewohnt werden, stark gestiegen. Warum? 

 

Vielen Eltern fällt es schwer, sich vom Haus zu trennen – auch wenn die Kinder längst ausgezogen sind. Gleichzeitig ist ihnen bewusst, dass das Haus zu gross und nicht altersgerecht gebaut ist. Trotzdem verdrängen sie das Thema und unterschätzen die Folgen:

  • Auch ohne Eigenmietwert verursacht ein Haus hohe Fixkosten für Unterhalt, Versicherungen und Energie – das belastet die Liquidität. 
  • Oft steckt der grösste Teil des Vermögens im Haus, was bei unerwarteten Ausgaben wie hohen Pflegekosten zum Problem wird. 
  • Unterhalt und Renovationen werden aufgeschoben – mit jedem Jahr verliert die Bausubstanz an Wert. 
  • Je länger man wartet, desto schwieriger und anstrengender wird das Zügeln.

Probleme anpacken statt verdrängen

Loslassen kann sich lohnen, einen Verkauf muss man jedoch gut vorbereiten:

  • Ersatzobjekt: Wer eine kleinere Wohnung kaufen will, muss genug Zeit einplanen, um gleichzeitig ein passendes Objekt und Käufer für das Haus zu finden. Selbst an Toplagen kann das länger dauern. Auch die Verhandlungen, Verträge und die Abwicklung brauchen Zeit.
  • Übergangsphase: Auch wenn die neue Wohnung zum gewünschten Zeitpunkt bezugsbereit ist, übernehmen Käufer das Haus selten zum geplanten Umzugstermin. Passen Verkauf und Kauf zeitlich nicht zusammen, wird die Übertragung der Hypothek schwierig: Die Bank führt sie nicht weiter, wenn keine Immobilie als Sicherheit vorhanden ist. Tipp: Suchen Sie auch nach Mietwohnungen. Das vergrössert Ihre Auswahl, und Sie bleiben finanziell flexibler. Wenn die Mietwohnung doch nicht passt, ist ein Wechsel viel einfacher.
  • Steuern: Prüfen Sie die Steuerfolgen. Je nachdem können hohe Grundstückgewinnsteuern anfallen.

Grundstückgewinnsteuer aufschieben

Beim Verkaufsgewinn einer Liegenschaft schneidet sich der Fiskus ein Stück ab. In bestimmten Fällen wird die Grundstückgewinnsteuer aber nicht sofort fällig, sondern aufgeschoben. Meistens lässt sich die Steuer aufschieben, wenn man das Haus verkauft und mit dem Erlös eine neue Immobilie kauft, die mindestens so viel kostet wie die alte. Je nach Kanton muss man die Ersatzbeschaffung innert zwei bis vier Jahren abwickeln. Wenn das Ersatzobjekt aber so günstig ist, dass man den Gewinn nicht investieren muss, wird die Steuer beim Kauf des neuen Eigenheims fällig.

Tipp: Prüfen Sie, ob in Ihrem Fall Steuern anfallen, wenn Sie Ihr Eigenheim verkaufen. Fragen Sie eine Fachperson, wenn Sie unsicher sind.