• HEV Thurgau knackt 20‘000er-Marke

HEV Thurgau knackt 20‘000er-Marke

29.05.2018

Grösster Thurgauer Verband warnt wegen Leerwohnungsbestand

Das Kloster Fischingen bot am Donnerstagabend, 24. Mai, die Kulisse für die Delegiertenversammlung des Hauseigentümerverbands Thurgau. Präsident Gallus Müller hob die weiterhin rege Wohnbautätigkeit hervor. Aufgrund des knappen Baulands entstünden aber auch unschöne Strukturen.

Gallus Müller richtete seinen Zeigefinger zur Decke der Klosterbibliothek: «Unsere Mitgliederzahl bewegt sich weiterhin aufwärts.» Vor rund 50 Delegierten konnte der Präsident verkünden, dass der Hauseigentümerverband Thurgau (HEV Thurgau) erstmals die Marke von 20‘000 Mitgliedern geknackt hat. Auch wenn sich darunter noch ein paar provisorische Mitgliedschaften befinden, freute sich Müller, dass der HEV Thurgau seine Rolle als grösster kantonaler Verband weiter festigen konnte.

Fortschritt beim Eigenmietwert
Auf nationaler Ebene nutzten die Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ihren Einfluss, um die Abschaffung des Eigenmietwerts voranzutreiben. Die Thurgauer Ständerätin und Vizepräsidentin des HEV Schweiz, Brigitte Häberli-Koller, betonte, dass die Abschaffung des Eigenmietwerts im Eidgenössischen Parlament auf gutem Weg sei. Mit Blick auf den Thurgauer Immobilienmarkt stellte Gallus Müller fest, dass sich die Wohnbautätigkeit nach wie vor auf gutem Niveau befinde. Als Indikator nannte er die Gebäudeversicherungssumme, die erneut stärker gewachsen sei als im Vorjahr. Vizepräsident Werner Fleischmann ergänzte, dass das Bauland knapp sei, weil derzeit keine neuen Flächen eingezont werden können. Die Folge sei ein Anstieg der Grundstückspreise auf ein teilweise unrealistisches Niveau. Das führe zu unschönen Strukturen: In einigen Quartieren übersteige der Preis des Baulands denjenigen des Hauses, weshalb dieses dann abgebrochen werde. Gallus Müller erklärte, dass das Einzonungs-Moratorium erst aufgehoben werde, wenn der Bund den revidierten kantonalen Richtplan genehmigt, den der Kanton Thurgau Ende 2017 eingereicht hat. Er nahm gleichzeitig die Gemeinden in die Pflicht, ihre Ortsplanung so anzupassen, dass sie sich auch in Zukunft entwickeln können.

Leerwohnungsbestand angestiegen
«Erhöhte Aufmerksamkeit ist beim Leerwohnungsbestand geboten», fuhr Müller fort. Dieser sei im Thurgau im letzten Jahr auf zwei Prozent angestiegen und liege damit klar über dem schweizerischen Schnitt von rund eineinhalb Prozent. Nichtsdestotrotz beurteilt er den Thurgauer Immobilienmarkt weiterhin als stabil. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass keine Gefahr einer Immobilienblase besteht. Zum Schluss verwies der Präsident auf das Kompetenzzentrum des HEV Thurgau: Eine Vielzahl von Experten bietet den Mitgliedern dort professionelle Hilfe bei Liegenschaftsschätzungen, Wohnungsabnahmen und Bauberatungen. Kassier Theo Dürig konnte seinerseits einen kleinen Gewinn für das vergangene Jahr bilanzieren.